
ChatGPT Ads sind live: Sei der Erste in Deiner Branche
07.09.2026
In der aktuellen Podcast-Folge von "Huber & Krösche" habe ich mit dem Inhaber der GEO-Agentur ConversionSchmiede Bastian Huber über ein Thema gesprochen, mit dem ich mich schon länger beschäftige, als es das Produkt überhaupt gab: ChatGPT Ads. Seit Ende August sind sie in Deutschland live, und ich zeige Dir in diesem Artikel, was ich in den ersten Tagen als einer der Ersten in der Plattform herausgefunden habe – von den Kosten über das Targeting bis zur Frage, für wen sich der Einstieg jetzt wirklich lohnt.
Warum ich mich schon vor eineinhalb Jahren damit beschäftigt habe
Wir betreiben Suchmaschinenmarketing seit fast zehn Jahren, und wer sich lange genug anschaut, wie Google als Unternehmen funktioniert, versteht schnell: Das Geschäft steht und fällt mit den Werbeanzeigen in der Suche.
Als ChatGPT aufkam, hat OpenAI lauthalt beteuert, sie würden niemals Werbung schalten – man würde stattdessen auf Premium-Accounts oder Vorinstallationen bei Hardware-Herstellern setzen. Das hat finanziell nicht funktioniert. KI-Systeme sind aktuell ein Minusgeschäft mit riesigem Potenzial, aber zu hohen Kosten.
Für mich war schon vor rund zwei Jahren klar, dass sich das nicht dauerhaft durchhalten lässt – und dass Werbeanzeigen kommen würden. Also habe ich mir US-amerikanische Entwicklungen und Artikel angeschaut, lange bevor hier überhaupt jemand darüber gesprochen hat, und schon auf meiner allerersten Visitenkarte "ChatGPT Ads" stehen – zu einem Zeitpunkt, als es das Produkt noch gar nicht gab.
Der Zeitplan: USA zuerst, Deutschland mit Verzögerung
In den USA gab es die ersten Tests bereits Mitte 2025, allerdings nur für ausgewählte Firmen mit sehr hohen Budgets im sechsstelligen Bereich – ein reiner Testballon. Erst gegen Ende des Jahres startete dort der Self-Service, bei dem Unternehmen ihre Anzeigen selbst einrichten konnten.
In Deutschland ist das Ganze seit dem 24. August live. Ich habe meinen Zugang zur Plattform bereits, meine erste echte Anzeige eingerichtet – und zum Zeitpunkt unseres Gesprächs hatten die Medien darüber noch gar nicht berichtet.
Meine eigene Landingpage zu ChatGPT Ads stand dagegen schon seit dem Live-Gang meiner Website im Februar, obwohl es damals noch kein Suchvolumen dafür gab. Diese Wette ist aufgegangen: Meine ChatGPT Ads Agentur taucht mittlerweile deutschlandweit in den Top 3 der KI-Overviews auf.
Was Du an Budget mitbringen musst
Hier muss ich vorsichtig sein, weil sich die Zahlen gerade wöchentlich ändern. In den USA lag das Minimum beim Klickpreis (CPC) bei drei US-Dollar, das Mindest-Tagesbudget bei 25 US-Dollar. In Deutschland sah es zum Zeitpunkt unserer Aufnahme deutlich günstiger aus: Ich konnte meine erste Anzeige mit rund zwei Euro pro Klick anlegen, irgendwo bei etwa 1,50 Euro war dann Schluss. Beim Tagesbudget lag das Minimum nicht bei 25, sondern eher bei 15 Euro. Mein Konto befand sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Verifizierung – die dauert bei ChatGPT Ads deutlich länger als bei Google Ads, wo das meist innerhalb von 24 Stunden erledigt ist.
Der First-Mover-Vorteil ist real
Genau das ist gerade der Grund, warum mir die Firmen die Bude einrennen: Jeder will der Erste in seiner Branche sein. Und das ist keine Marketing-Floskel, sondern schlicht Fakt – wenn Du als Immobilienmakler in München jetzt im September oder Oktober startest, bist Du der Erste, der dort mit Anzeigen vertreten ist.
Anfragen kommen zu mir aus den unterschiedlichsten Branchen: vom Versicherungsmakler bis zur Wärmepumpenfirma. Bei manchen, eher traditionellen Industrien wie dem Maschinenbau, wird es dagegen wahrscheinlich noch ein bis zwei Jahre dauern, bis der Wettbewerb das überhaupt registriert. Wer jetzt einsteigt, hat aktuell eine grüne Wiese – und wie bei Google Ads gilt: Sobald mehr Wettbewerber mitbieten, steigen durch das Bieterverfahren auch die Preise. Günstige Konditionen lassen sich also gerade noch mitnehmen.
Kontext statt Keywords: So funktioniert das Targeting
Der wohl größte Unterschied zu klassischem Suchmaschinenmarketing ist das Targeting. Bei Google Ads bucht man (in der Regel) auf Keywords. Bei ChatGPT Ads gibt es dagegen sogenannte "Context Hints": ein Freitextfeld, in dem Du die Werbesituation beschreibst – wer Du bist, wer Deine Zielgruppe ist und in welcher Situation Deine Anzeige ausgespielt werden soll.
Statt "Wärmepumpe kaufen" als Keyword einzugeben, schreibst Du zum Beispiel: "Ich bin Händler für Wärmepumpen aus Bad Wörishofen, meine Zielgruppe sind private Haushalte im Umkreis von 30 Kilometern." Das ist im Grunde Deine Positionierung – vergleichbar mit der Entitätsbeschreibung, die man aus GEO kennt, nur dass hier noch stärker auf Zielgruppe und Situation eingegangen wird.
Regional lässt sich das Targeting bereits gut einschränken, ob auf Bundesland-, Länder- oder sogar Mehrländer-Ebene. Ganz treffsicher ist das System aber noch nicht: Bei meinem eigenen Test zum Prompt "Was kostet eine Immobilie in Berlin?" erschien eine Anzeige von Check24, die nicht wirklich gut gepasst hat. Das wird sich mit mehr Daten einspielen – genau wie bei Google Ads am Anfang auch.
Tracking bleibt klassisch – und das ist gut so
Anders als ich erwartet hätte, setzt ChatGPT auf klassische Klick-Metriken: Klicks auf die eigene Webseite, Kosten pro Klick, erste Ansätze für Conversion-Tracking über eine API. Nutzer werden also nicht innerhalb des Chats über Lead-Formulare abgefangen, sondern auf die Unternehmenswebseite geleitet. Das ist für Firmen ein Vorteil, weil man auf der eigenen Seite deutlich mehr kommunizieren kann als in einem schmalen Lead-Formular im Chat.
Für wen lohnt sich der Einstieg – und für wen (noch) nicht?
Meine klare Empfehlung: Bei hochpreisigen Produkten oder Dienstleistungen – Wärmepumpen, Photovoltaik, Maschinenbau – lohnt sich das Ausprobieren praktisch immer. Wenn ein Klick 1,50 Euro kostet und Du dafür direkt in den KI-Antworten präsent bist, kann das sehr schnell ein gutes Geschäft sein.
Schwieriger wird es bei günstigeren Angeboten für Privatpersonen, etwa einer Hundeschule – dort ist ein schneller Return on Invest zu Beginn nicht ganz so einfach zu erreichen. Besonders spannend ist der Kanal für Unternehmen, die national oder sogar international tätig sind, weil sich die Ausspielung gezielt nach Ländern steuern lässt. Und auch für GEO-Agenturen selbst gilt: Bei Google ist der Markt längst hart umkämpft, bei ChatGPT Ads dagegen steht die grüne Wiese noch offen.
Wichtig: Nicht in eine neue Abhängigkeit rutschen
Bei allem Enthusiasmus ist mir ein Punkt wichtig: Viele Firmen haben sich in der Vergangenheit stark von Google Ads abhängig gemacht – mehr Anfragen, mehr Personal, mehr Budget, und irgendwann wird es bei steigenden Klickpreisen eng.
Das ist erkauftes statt organisches Wachstum. Genau deshalb sollte ChatGPT Ads eine Ergänzung sein, keine neue Einbahnstraße. Langfristig wird vermutlich eine Kombination aus organischer GEO-Sichtbarkeit und bezahlten KI-Ads das Marketinginstrument der Zukunft sein.
Mein Tipp zum Schluss
Wer sich mit dem Thema beschäftigt, sollte ChatGPT nicht nur über den eigenen Premium-Account nutzen, sondern regelmäßig auch mit einem kostenlosen Account testen – genau dort, wo die Anzeigen erscheinen. So bekommst Du das beste Gefühl dafür, wie Nutzer die Antworten und die Werbung tatsächlich erleben. Wissen von letzter Woche ist in diesem Bereich schon nichts mehr wert, wenn man es sich nicht laufend neu anschaut.
Du willst wissen, ob und wie sich ChatGPT Ads für Deine Branche lohnen? Melde Dich bei mir – wir schauen es uns gemeinsam an.




