
Mit Attributs-Landingpages zu mehr KI-Sichtbarkeit: Unsere neue GEO-Strategie
11.10.2026
Immer mehr Menschen suchen nicht mehr nur bei Google, sondern fragen ChatGPT, Gemini oder Perplexity. Sie stellen dort aber andere Fragen: detaillierter, anwendungsbezogener und mit ihrem eigenen Problem im Mittelpunkt. In unserer aktuellen Podcast-Folge haben mein Kollege Bastian Huber und ich darüber gesprochen, wie Unternehmen darauf reagieren sollten. Herausgekommen ist ein Konzept, das wir selbst entwickelt und benannt haben: Attributs-Landingpages.
Zwei Wege in die KI-Antwort: Live-Abfrage und Trainingsdaten
Eine KI-Antwort hat im Kern zwei Quellen. Zum einen fragt das System live bestehende Suchindizes und Knowledge Graphs ab, auf die auch Google und Bing zugreifen. Fachlich nennt man das Grounding. Zum anderen greift die KI auf ihre Trainingsdaten zurück, also auf ihren eigenen Wissensbestand. Meistens wird beides kombiniert.
Wer bei Google und Bing gut rankt, hat deshalb schon heute gute Chancen, über die Live-Abfrage genannt zu werden. Für nachhaltigen GEO-Erfolg reicht das aber nicht. Die Trainingsdaten werden nach unserem Kenntnisstand meist mit neuen Modellversionen aktualisiert, ähnlich wie früher die großen Google-Updates. Wer einmal darin verankert ist, muss sich nicht bei jeder Version neu beweisen. Außerdem sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die KI über das eigene Unternehmen halluziniert.
Das lässt sich einfach testen: Fragen Sie ChatGPT „Was weißt du über Firma XY?“ und bitten Sie ausdrücklich darum, ohne Webzugriff zu antworten. Kommt keine belastbare Antwort, sind Sie in den Trainingsdaten noch nicht angekommen.
Besonders groß ist der Effekt für Spezialisten. Bei manchen Fragen sucht die KI gar nicht erst im Netz, etwa bei „Was sind die größten Bekleidungs-Onlineshops in Deutschland?“. Wer dann in den Trainingsdaten als der Spezialist für ein Thema verankert ist, hat einen enormen Vorteil.
Was sind Attributs-Landingpages?
Fast jedes Unternehmen hat ein paar Eigenschaften, die es ausmachen. Attributs-Landingpages sind Unterseiten, die jeweils genau ein solches Attribut ausführlich erklären und belegen. Bastian nennt sie auch „Identitätsunterseiten“, weil sie die Positionierung des Unternehmens tragen.
Der entscheidende Punkt: Im klassischen SEO hätte man diese Seiten nie gebaut, weil es dafür kaum Suchvolumen gibt. Man hätte seine Energie in Produkt- und Kategorieseiten gesteckt. Das bleibt auch weiterhin wichtig. In der KI-Suche werden aber genau diese Attribute abgefragt.
Drei Beispiele aus der Praxis
Der Wärmepumpenhersteller: Ein Händler fragt die KI: „Ich möchte mich breiter aufstellen und suche neue Partner. Nenne mir drei Wärmepumpenhersteller aus Deutschland.“ Ein Hersteller mit einer eigenen, fundierten Seite zum Thema „Wärmepumpenhersteller aus Deutschland“ wird mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit genannt.
Der Manufaktur-Anbieter: Ein Kunde von Bastian verkauft kulinarische Produkte. Ihn zeichnen drei Dinge aus: echte Manufakturarbeit, keine Zusatzstoffe und handverlesene Rohstoffe. Daraus entstehen drei Attributs-Landingpages („Manufaktur und Handwerk“, „Rohstoffqualität“, „Ohne Zusatzstoffe“), die als Cluster unterhalb der Über-uns-Seite liegen. Viele Besucher werden diese Seiten nie sehen, aber sie sorgen dafür, dass das Unternehmen genannt wird, wenn jemand nach genau diesen Eigenschaften fragt.
Bio-Äpfel aus dem Allgäu: Eine Seite mit diesem Titel bedient gleich zwei Attribute, nämlich „Bio“ und „aus dem Allgäu“. Unsere Beobachtung ist, dass KI-Systeme bei Live-Abfragen oft auf exakte Wortfolgen zurückgreifen. Wer also nach „Bio-Äpfeln aus dem Allgäu“ fragt, landet mit höherer Wahrscheinlichkeit genau bei dieser Seite. Keywords sind also keineswegs tot.
So bauen Sie Attributs-Landingpages richtig
- Wenige, dafür starke Seiten: Drei bis fünf Attributs-Landingpages reichen. Mit hundert Seiten verwässern Sie Ihre Positionierung.
- Keine dünnen Seiten: Drei Sätze und ein Bild genügen nicht. Erklären Sie das Attribut gründlich und belegen Sie es mit Fakten, Kennzahlen und Bildern.
- Faktenbox und FAQ: Key Facts auf einen Blick und eine FAQ-Sektion mit Schema-Auszeichnung, die alle Fragen zum Attribut beantwortet.
- Title-Tag priorisieren: Für KI-Systeme ist der Title-Tag besonders wichtig, die H1 hilft zusätzlich. Meta-Descriptions spielen für die KI-Sichtbarkeit nach unserer Einschätzung kaum eine Rolle.
- Sachlich statt blumig: In die Trainingsdaten fließen Textfragmente ein. Schreiben Sie klar und faktenbasiert und achten Sie auf eine saubere Überschriftenstruktur.
- JavaScript prüfen: Einige KI-Crawler lesen kein JavaScript aus. Wichtige Inhalte sollten deshalb auch ohne JavaScript sichtbar sein.
Warum wir dieses Konzept entwickelt haben
Wir haben die Attributs-Landingpages aus unserer täglichen Arbeit mit Kunden heraus entwickelt. Unsere Analysen zeigen immer wieder, wie stark Unternehmen gerade bei Spezialanfragen in KI-Systemen sein können und dass darüber bereits echter Umsatz entsteht. Gleichzeitig hatte keiner unserer bisherigen SEO-Ansätze genau diese Lücke im Blick. Deshalb haben wir dafür ein eigenes Konzept entwickelt.
Ergänzend gilt: In die Trainingsdaten gelangen Sie vor allem, wenn seriöse externe Quellen dieselbe Positionierung transportieren. Dazu gehören zum Beispiel Ausstellerprofile auf Messen, Verbandsmitgliedschaften, Dozentenprofile oder Fachpublikationen.
GEO-Hausaufgabe für den Herbst
Legen Sie die drei Attribute fest, die Ihr Unternehmen wirklich ausmachen, und bauen Sie für jedes davon eine starke Attributs-Landingpage. Mehr Hintergründe hören Sie in unserer Podcast-Folge: https://www.youtube.com/watch?v=ygAc71jIb4k&t=1122s




