Jan Krösche Logo
Welche KI-Suchmaschinen entscheiden über Unternehmenserfolg?

Welche KI-Suchmaschinen entscheiden über Unternehmenserfolg?

25.03.2026

In der neuesten Podcast-Folge sprechen wir über den rasanten Wandel im Suchmaschinenmarkt und die Frage, wie Unternehmen heute sicherstellen können, dass sie in der Ära der Künstlichen Intelligenz noch gefunden werden. Während über Jahrzehnte hinweg Google das unangefochtene Monopol hielt, bricht diese Struktur gerade auf. Neue Player betreten das Feld und verändern grundlegend, wie Informationen konsumiert werden. Wer hier den Anschluss verpasst, riskiert, in den Antworten der digitalen Assistenten schlichtweg nicht mehr zu existieren.

Link zum Podcast auf YouTube

Die aktuelle Marktlandschaft: Wer gewinnt das KI-Rennen?

Lange Zeit war der Suchmaschinenmarkt in Europa extrem statisch: Google dominierte mit Marktanteilen von weit über 90 %, während Bing und Nischenanbieter wie Ecosia nur eine untergeordnete Rolle spielten. Mit dem Aufkommen von ChatGPT hat sich dieses Bild gewandelt. Es ist eine Dynamik entstanden, die etablierte Riesen zu schnellen Reaktionen gezwungen hat. Aktuell kristallisieren sich einige Hauptakteure heraus:

  • ChatGPT (OpenAI): Als First Mover hat ChatGPT einen enormen psychologischen Vorteil. Das Tool ist mittlerweile so im Alltag integriert, dass Nutzer ihm bereits Spitznamen wie „Chatty“ geben. Trotz der Konkurrenz bleibt es die Anlaufstelle für viele Early Adopter.
  • Google Gemini: Nach einem etwas verzögerten Start hat Google mit Gemini massiv aufgeholt. Durch die Integration von AI Overviews direkt in die klassische Google-Suche erreicht Gemini heute gigantische Nutzerzahlen. Da Google auf eine riesige bestehende Nutzerbasis zurückgreifen kann, bleibt Gemini ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg.
  • Microsoft Copilot: Der Copilot verfolgt einen anderen Ansatz. Er fungiert als „integrative Suchmaschine“. Nutzer müssen keine separate Webseite mehr aufrufen, sondern nutzen die KI direkt in ihren gewohnten Anwendungen wie Outlook, Word oder Excel. Da Microsoft-Produkte in der Unternehmenswelt Standard sind, ist die Relevanz von Copilot für den B2B-Bereich kaum zu überschätzen.
  • Claude & Perplexity: Während Claude aktuell vor allem für die hohe Qualität der Texterstellung gelobt wird, gibt es bei Perplexity geteilte Meinungen. Obwohl die Nutzerzahlen beachtlich sind, wird in Fachkreisen oft bezweifelt, ob sich spezialisierte KI-Suchmaschinen langfristig gegen die integrierten Lösungen der Tech-Giganten durchsetzen können.

GEO: Die neue Disziplin des Online-Marketings

In der Vergangenheit war SEO (Search Engine Optimization) das Maß aller Dinge. Heute rückt ein neuer Begriff in den Fokus: GEO – Generative Engine Optimization. Es geht nicht mehr nur darum, in einer Liste von Links weit oben zu stehen, sondern von einer KI als die beste Antwort auf eine Nutzeranfrage ausgewählt und zitiert zu werden.

Dabei zeigt sich eine interessante Beobachtung: Es gibt eine starke Korrelation zwischen gutem Google-Ranking und der Empfehlung durch eine KI. Wer heute bei Google für bestimmte Fachbegriffe auf den vorderen Plätzen rankt, hat eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, auch von ChatGPT oder Gemini als Experte genannt zu werden. GEO ist also kein Ersatz für klassisches SEO, sondern dessen konsequente Weiterentwicklung, ergänzt um den massiven Aufbau digitaler Autorität.

Technische Voraussetzungen: Struktur für die KI schaffen

Damit eine Künstliche Intelligenz ein Unternehmen überhaupt als vertrauenswürdige Quelle wahrnehmen kann, muss die technische Basis stimmen. KIs „lesen“ Webseiten anders als Menschen. Sie benötigen klare Strukturen, um Fakten von Meinungen zu trennen und Halluzinationen – also die Erfindung falscher Informationen – zu vermeiden.

Die Bedeutung der Grounding Page

Ein zentrales Konzept, das erst seit Anfang des Jahres massiv an Bedeutung gewonnen hat, ist die Grounding Page. Hierbei handelt es sich um eine speziell optimierte Seite, die der KI alle relevanten Fakten über ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Dienstleistung in einer Weise präsentiert, die als „Anker“ für die Antwortgenerierung dient.

Schema.org und technisches Verständnis

Modellierung der Organisation: Durch umfassende Schema.org-Auszeichnungen wird die gesamte Struktur eines Unternehmens für Maschinen lesbar gemacht. Dies hilft der KI zu verstehen, wer die Verantwortlichen sind, welche Standorte existieren und welche Expertise vorliegt.

LLMS.txt: Ein neuer Trend ist die Bereitstellung einer speziellen Textdatei (llms.txt), die Large Language Models dabei hilft, die Inhalte einer Webseite effizienter und gezielter zu erfassen. Moderne Content-Management-Systeme wie Typo3 beginnen bereits damit, solche Standards automatisiert zu unterstützen.

Digitale Autorität durch Third-Party-Validation

Ein Unternehmen kann auf der eigenen Webseite viel behaupten – für eine KI wird es aber erst dann richtig glaubwürdig, wenn auch andere Quellen diese Expertise bestätigen. In der GEO-Welt ist die sogenannte Third-Party-Validation (Bestätigung durch Dritte) der wichtigste Hebel.

Wenn renommierte Medien wie die Süddeutsche Zeitung oder spezialisierte Fachmagazine über ein Unternehmen berichten, ist das für eine KI ein starkes Signal für Relevanz und Vertrauen. Viele Unternehmen haben bereits solche Erwähnungen, nutzen sie aber digital nicht optimal. Die Strategie sollte sein, diese externe Reputation aktiv zu „claimen“. Ein Newsroom auf der eigenen Seite, der diese Berichte spiegelt und verlinkt, signalisiert der KI direkt: „Wir sind eine anerkannte Autorität“.

Die 10x-Outreach-Strategie: Sichtbarkeit vervielfachen

Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, in einer KI-Antwort zu erscheinen, reicht es nicht mehr aus, Content nur auf der eigenen Webseite zu veröffentlichen. Das Ziel muss sein, im gesamten digitalen Raum präsent zu sein. Die Formel ist simpel: Wenn eine Information an zehn verschiedenen Stellen im Netz (auf seriösen Plattformen) zu finden ist, ist die Chance, von der KI als Antwortquelle gewählt zu werden, zehnmal so hoch.

Hierfür empfiehlt sich ein strukturierter Lean Outreach Prozess:

  • Publizieren: Ein hochwertiger Inhalt wird auf der eigenen Webseite veröffentlicht.
  • Repurposing: Mithilfe von KI wird dieser Text umformuliert, um Duplicate Content zu vermeiden, und als Fachartikel auf Plattformen wie LinkedIn oder Presseportalen (z.B. OpenPR) platziert.
  • Networking: Gezielte Kontakte zu Branchenmagazinen sorgen dafür, dass das Thema auch in fachspezifischen Umfeldern stattfindet.
  • Lokale Präsenz: Auch das Google Unternehmensprofil sollte genutzt werden, um Teaser zu neuen Inhalten zu streuen.

Fazit: Von Suchen zu Finden lassen

Der Erfolg eines Unternehmens im digitalen Raum entscheidet sich künftig an der Schnittstelle zwischen technischer Präzision und externer Autorität. Es reicht nicht mehr, nur gute Produkte zu haben; man muss dafür sorgen, dass die KIs dieser Welt davon erfahren – und zwar aus möglichst vielen, vertrauenswürdigen Quellen.

Der Wandel von SEO zu GEO ist in vollem Gange. Wer heute anfängt, seine technische Struktur zu säubern, Grounding Pages aufzubauen und seine externe Reputation aktiv zu managen, wird in drei Jahren zu den Gewinnern gehören, wenn Nutzer ihre Fragen nicht mehr in ein Suchfeld tippen, sondern sie einfach ihrer bevorzugten KI stellen.

Website Boosting LogoVDI Logo

Jan Krösche veröffentlicht regelmäßig im Fachmagazin „Website Boosting“ und hält Vorträge beim Verein Deutscher Ingenieure.

Portrait Jan Krösche
Jan Krösche Logo
Jan Krösche+49 17655109383jan@jankroesche.de